Die Wettbewerbsplanung des Architekten Prof. Franco Stella wurde bis zur Vorlage der Entwurfsplanung deutlich überarbeitet. Die Änderungen bezogen sich vor allem auf den großen multifunktionalen Veranstaltungsbereich, die Agora im Erdgeschoss, und das Belvedere. Zwischengeschosse wurden hinzugefügt.
Im Erdgeschoss, der Agora, werden unter anderem ein Auditorium mit 690 Plätzen, ein Multifunktionssaal mit 520 Plätzen, Seminarräume, Sonderausstellungssäle, das Museum der Geschichte des Ortes, ein Lapidarium, das Restaurant der Kontinente, das Bistro der Kulturen, ein Café und ein Museumsshop / Buchladen untergebracht.
Das 1. Obergeschoss wird die Bibliothek und das Klangarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin, die Zentral und Landesbibliothek Berlin sowie das Phonogrammarchiv der Humboldt-Universität beherbergen.
Im 2. Obergeschosswird sich das Ethnologische Museum und im 3. Obergeschoss das Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin befinden.
Auf dem Dach ist auf der Nordwestecke ein Dachrestaurant geplant, das mit privaten Mitteln finanziert werden soll. Von hier wird man einen tollen Blick auf den Lustgarten und in den Boulevard Unter den Linden mit dem Brandenburger Tor an seinem Abschluss genießen können. Einen Vorgeschmack auf den Ausblick bietet bereits jetzt die Panoramaterrasse der Humboldt-Box.
Von Außen gesehen hat das neue Gebäude auf drei Seiten das historische ‚Gesicht’ des barocken Schlosses. Auf der östlichen Seite kommt ein moderner Abschnitt, das Belvedere, hinzu. Aus dem Zusammenspiel zwischen alten und neuen Bauteilen ergeben sich drei öffentliche Plätze innerhalb des Gebäudes: die den Lustgarten mit dem Schlossplatz verbindende Fußgängerpassage „Schlossforum“, der größtenteils rekonstruierte „Schlüterhof“ und die gedeckte Piazza „Agora“.
Der Neubau für das Berliner Schloss - Humboldtforum erhält die ursprüngliche Höhe und Tiefe des Schlosses sowie dessen Dachgestaltung und weitgehend auch die gleiche Geschossverteilung. Die Außenwände werden als massive Mauerwerke hergestellt, die die historische Tiefe und Plastizität zeigen. Die Kuppel soll historisch getreu wieder aufgebaut werden. Gleiches gilt für die Innenportale im Schlossforum und in der Agora.
Die neue Aufteilung im Inneren des Gebäudes richtet sich nach den Anforderungen des Humboldtforums. Für nachfolgende Generationen bleibt aber die Möglichkeit, historisch bedeutsame Treppenhäuser und Innenräume wieder aufzubauen, ohne dass dadurch teure Eingriffe in die Konstruktion und die Tragwerksstruktur notwendig würden.
Für weiter Informationen siehe:
Flyer Berliner Schloss - Humboldtforum (pdf als Download).
Ein modernes Gebäude hinter der barocken Fassade
Für das Bauvorhaben steht das Gebot der Nachhaltigkeit und der Energieeinsparung an erster Stelle. Es ist unter anderem eine Geothermieanlage vorgesehen, die den Verbrauch fossiler Energieträger und damit den CO² Ausstoß durch die Nutzung der Erdwärme reduziert.
Das Gebot der Nachhaltigkeit wird in allen Bereichen des Bauwerks und der Prozessqualität verwirklicht. Eine durchgängige Barrierefreiheit ist ebenso gewährleistet. Und schon jetzt werden die auf Nachhaltigkeit abgestimmten Prozesse für den Betrieb, die Nutzung und die Bauunterhaltung in die Planung einbezogen.
Weitere Planungsoptionen
Bisher nicht finanziert ist die Wiedererrichtung ausgewählter historischen Innenportale samt Durchgängen und die historische Ausgestaltung der Kuppel. Lediglich der Rohbau der Kuppel lässt sich innerhalb des strengen Kostenrahmens realisieren, nicht aber ihr Bauschmuck, angefangen von der Laterne auf der Spitze bis zu den Sandsteingirlanden an ihrer Basis.
Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat mit dem Beschluss vom 06. Juli 2011 die baulich bedeutsamen Optionen der Rekonstruktion der Innenportale und des vollständigen historischen Wiederaufbaus der Kuppel ausdrücklich befürwortet. Er erwartet allerdings, dass die Mittel für diese zusätzlichen Ausgaben durch Spenden aufgebracht werden. Die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum und die privaten Fördervereine nehmen dies als besonderen Ansporn für die Spendenwerbung auf.
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Für den Bau des Berliner Schloss – Humboldtforum ist bereits der Bauantrag gestellt. In der ersten Jahreshälfte 2012 wird mit bauvorbereitenden Maßnahmen im Bereich der Gründung begonnen. 2013 ist die Grundsteinlegung geplant. 2014 sollen die Hochbaumaßnahmen in vollem Umfang laufen. Anfang 2018 könnte der Bau fertig gestellt sein. Nach der Einrichtung durch die Nutzer soll Mitte 2019 das Humboldtforum im Berliner Schloss eröffnet werden.
Schon jetzt haben an der Nordostecke der Schlossplatzwiese, gegenüber dem Dom, die Arbeiten zur Errichtung der Musterfassade für das Humboldtforum im Berliner Schloss begonnen. Hier wird schon bald zu sehen sein, wie die historische Fassade des Berliner Schlosses aussehen soll. Die Musterfassade wird bereits sämtlichen Bauschmuck der historischen Fassade zeigen.
Hier werden die verschiedenen Materialien (Sandstein, Mauerwerk, Fensterkonstruktion etc.) auf ihre Eignung für die historische Fassadengestaltung geprüft. Die Musterfassade dient so der technischen Erprobung von Detaillösungen für das spätere Bauwerk. Zusätzlich wird auf Schautafeln über das Bauvorhaben und die Inhalte des Humboldtforums informiert. Die Musterfassade wird eine Fensterachse über zwei Obergeschosse aus der Südfassade abbilden.