Das Humboldtforum will eine Auseinandersetzung wagen, die den vielschichtigen Beziehungen zwischen Deutschland und der Welt gilt. Mit unterschiedlichsten Perspektiven, Fragehaltungen und Erzählformen soll es der Vielfalt und den Werten der Weltkulturen gerecht werden. Neugier anstelle von Vorurteil und Anschaulichkeit statt Ideologie sind hier wesentliche Antriebe. Dazu gehört, sich zur eigenen Geschichte zu bekennen. Die Ereignisse von den Anfängen der Hohenzollernresidenz bis zum Palast der Republik, die diesen Ort historisch aufgeladen haben, werden den Besuchern in einer Präsentation zur Geschichte des Ortes erlebbar gemacht, verantwortet von der Bauherrin, der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum.
Für den Austausch mit der Welt bietet eine Fülle entsprechender Angebote des Humboldtforums die unabdingbare Voraussetzung. In enger Verknüpfung von Wissenschaft und Kunst im weitesten und alltagstauglichen Sinne spielen drei Nutzer zusammen: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Humboldt-Universität zu Berlin, Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird im zweiten und dritten Obergeschoss die einzigartigen außereuropäischen Sammlungen ihrer Staatlichen Museen zu Berlin zeigen. Im ersten Obergeschoss, den ‚Werkstätten des Wissens’, ziehen die teilweise zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Wissensarchive dieser Museen ein; hinzu treten die wissenschaftsgeschichtlichen Sammlungen der Humboldt-Universität sowie ein Teil der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Gerade die Bibliothek wird mit spezifischen Medien- und Wissensangeboten dem Humboldtforum ein zusätzliches Publikum erschließen und sich im Verbund mit Museen und Universität auch dem wichtigen Thema der kulturellen und interkulturellen Bildung widmen.
Den Schlüssel zum Verständnis und zu den Potenzialen des Humboldtforums liefert die so genannte Agora: die öffentlichen Bereiche des Erdgeschosses. Eine Vielzahl von Veranstaltungsangeboten mit Ausstellungen, Konzerten, Tagungen, Kino oder Performances wird Gegenwartsfragen aufgreifen. Über die Agora schaffen sich Museen, Bibliothek und Universität als Partner im Haus selbst einen gemeinsamen Horizont und bringen – zusammen mit einem weltweiten Netzwerk von Kooperationen – das Humboldtforum als spartenübergreifende Einheit zur Wirkung.
Eine derartige Konstellation ist unvergleichlich. Sie macht aus dem Erinnerungsmonument an historisch bedeutsamer Stelle eine Bühne der Gegenwart. In Verbindung mit der Welterbestätte Museumsinsel entsteht so in der Mitte Berlins ein wahrer Ort der Weltkulturen. Deutschland widmet damit die Mitte seiner Hauptstadt dem wesentlichen Beitrag, den die Kultur zur Bewältigung der globalisierten Wirklichkeit leisten kann und muss.
Die Vision für das Humboldtforum hat Professor Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, in der Broschüre "Das Humboldt-Forum" vorgestellt.
Namensgeber für das Projekt sind die Gebrüder Humboldt: Alexander steht als weitgereister Weltbürger und Forscher für die Vielseitigkeit der außereuropäischen Sammlungen. Wilhelm, der Universalgelehrte, vertritt die Idee, verschiedene Bildungseinrichtungen und Wissenschaftslehren unter einem Dach zu vereinigen. Wie die beiden Brüder einst, wird in Zukunft das Humboldtforum Natur- und Kulturwissenschaften vereinigen.