Die Gründungsintendanz

Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp sind die Gründungsintendanten des Humboldt Forums. Sie wurden im Mai 2015 von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Gründungsintendanten übernehmen sie die kuratorische Gesamtverantwortung für das Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Ihre vordringlichste Aufgabe ist es, die inhaltlichen Konzepte für das Humboldt Forum auf der Basis der bestehenden Planungen weiterzuentwickeln und thematische Schwerpunkte für das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm für die Zeit bis und nach der Eröffnung zu setzen. Zudem gilt es, das Zusammenwirken mit den drei Hauptakteuren im Humboldt Forum (Stiftung Preußischer Kulturbesitz – Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst, Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin mit der Berlin-Ausstellung, Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Humboldt-Lab) zu intensivieren, fortzuentwickeln und thematisch zu vernetzen.

Die Gründungsintendanz arbeitet zusammen mit der Stiftung und ihrem Vorstand Kultur, Lavinia Frey, die am 15. März 2016 auch zur Geschäftsführerin der eigens für die Umsetzung der Programme gegründeten Humboldt Forum Kultur GmbH bestellt worden ist.

Neil MacGregor

Neil MacGregor

„Im Humboldt Forum gehen Sammeln und Forschen Hand in Hand. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Sammlungen und anderen Wissenschaftlern wird die enge Verbindung von Natur und Kultur deutlich. Die Sammlungen dienen als Basis für ein Verständnis der Verflechtungen der Welt und ermöglichen es uns, dem Humboldt’schen Geist entsprechend, die Welt als Ganzes zu denken und zu verstehen.“

Neil MacGregor studierte Philosophie, Jura und Kunstgeschichte in Paris, Edinburgh, London und Oxford. Er lehrte Kunstgeschichte und Architektur an der University of Reading und war bis 1987 Herausgeber des Burlington Magazine in London. Anschließend leitete er als Direktor die National Gallery in London. Ab 2002 stand er dem British Museum in London als Direktor vor. Hier präsentierte er u. a. die Serie “A History of the World in 100 Objects”, zu der eine Ausstellung und eine Publikation gehörte. 2014 kuratierte er die Ausstellung Germany – Memories of a Nation, die zurzeit auch im Martin-Gropius-Bau mit dem Titel “Der Britischer Blick: Deutschland – Erinnerungen einer Nation”, gezeigt wird. 2015 wurde er zum Leiter der Gründungsintendanz des zukünftigen Humboldt Forums berufen. Der Kunsthistoriker erhielt zahlreiche Auszeichnungen; zuletzt wurde er mit dem Friedrich-Gundolf-Preis, dem Deutschen Nationalpreis und der Goethe-Medaille 2015 ausgezeichnet.

Hermann Parzinger

Hermann Parzinger

„Museen haben das Potenzial, den Menschen Toleranz und Respekt gegenüber anderen Kulturen zu vermitteln. Das ist die heute vielleicht wichtigste Mission des Humboldt Forums.“

Hermann Parzinger, geboren 1959, studierte Vor- und Frühgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Provinzialrömische Archäologie in München, Saarbrücken und Ljubljana. 1991 wurde er in München habilitiert und zum Privatdozenten ernannt. Seit 1992 leitete er zahlreiche Ausgrabungen und entdeckte dabei u. a. bedeutsame Zeugnisse der skythischen Kultur. Von 2003 bis 2008 war Parzinger Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), seit 2008 ist er Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, etwa 1998 den Leibniz-Preis, und wurde 2012 in den Orden Pour le mérite aufgenommen. Außerdem ist er Mitglied mehrerer deutscher und internationaler Akademien. Neben wissenschaftlichen Publikationen begeistert Parzinger mit Büchern wie „Die Kinder des Prometheus“ oder „Abenteuer Archäologie“ auch eine breite Leserschaft für sein Fach.

Horst Bredekamp

Horst Bredekamp

„Der Universalblick, die Verbindung von Sammlung und Forschung, die Pflicht zur öffentlichen Bildung und das Vergnügen: dieses im 18. und 19. Jahrhundert geübte Zusammenspiel von Schloss, Museum, Universität und Forum stellt das unschlagbare Modell auch für das Humboldt Forum dar. Die Zukunft steht im Plusquamperfekt!“

Horst Bredekamp hat nach dem Studium in Kiel, München, Berlin und Marburg 1974 im Fach Kunstgeschichte promoviert. Auf ein Volontariat am Liebieghaus in Frankfurt a. M. folgte zunächst die Assistenz, dann die Professur der Kunstgeschichte an der Universität Hamburg. Seit 1993 Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, war er von 2003 bis 2013 zusätzlich Permanent Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Seit 2013 ist er einer der Sprecher des Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung“, das gegenwärtig die Ausstellung „+ultra“ im Gropiusbau auch als Testlauf für das Humboldt Forum zeigt. Kürzlich hat er gemeinsam mit Peter-Klaus Schuster den Sammelband „Das Humboldt Forum: Die Wiedergewinnung der Idee“ im Wagenbach Verlag herausgegeben. Ihm wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen, darunter die Aufnahme in den Orden Pour le mérite, und er wurde in vier Akademien berufen, zuletzt in die American Academy for Arts and Sciences (2016).