FAQ

Häufige Fragen – Frequently Asked Questions

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?
Wie viel kostet das Schloss den Bürger?
Wie werden Kosten und Bauzeit kontrolliert?
Welcher Teil des Schlosses wird rekonstruiert, welcher wird modern?
Alt und neu in einem Gebäude – passt das zusammen?
Wird die Kuppel wieder aufgebaut?
Woher kommen die Schmuckelemente?
Wie viele Schmuckelemente gibt es?
Was geschieht mit den erhaltenen Fragmenten des Schlosses?
Was passiert mit den Original-Fundamenten und -Kellern?
Werden die historischen Innenräume auch rekonstruiert?
Wie wurde der Bau in dem unsicheren Boden gegründet?
Macht der U-Bahn-Tunnel Probleme?
Kann man weiterhin am Spreeufer spazieren gehen?
Wird die wechselhafte Geschichte des Ortes gewürdigt?
Wie werden private Spender geehrt?
Wer zieht in die Räume ein?
Was ist das Humboldt Forum?
Warum heißt das neue Zentrum Humboldt Forum?
Wer sind die Gründungsintendanten?
Was ist die Aufgabe der Gründungsintendanten?
Warum sollen die Museen umziehen?
Gibt es eine Garantie, dass alle zu rekonstruierenden Barockelemente und die klassische Schlosskuppel tatsächlich wieder hergestellt werden?
Bleibt die Fassade als Sichtmauerwerk?
Wie viele Personen werden im Humboldt Forum arbeiten?
Wie wird das fertige Humboldt Forum finanziert?
In welchen Bereichen kann man sich ohne Eintritt bewegen?
Wird der Schlüterhof nachts geöffnet sein?
Für wie viele Besucher sind die einzelnen Veranstaltungsflächen konzipiert?
Aus welchem Holz sind die Fenster?

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

2013 Der Grundstein für das Humboldt Forum wird gelegt.
2015 Das Richtfest wird gefeiert.
2018 Der Aufbau der Ausstellungen beginnt.
2019 Das Humboldt Forum wird eröffnet.

Wie viel kostet das Schloss den Bürger?

595 Mio. € Gesamtkosten davon:
483 Mio. € Bund,
32 Mio. € Land Berlin,
80 Mio. € erwartetes privates Spendenaufkommen für die Rekonstruktion der Fassaden.

Für zusätzliche bauliche Optionen (historische Kuppel, Innenportale, etc.) sind weitere 25,5 Mio. € private Spenden notwendig.

Die Finanzierung durch den Bund und das Land ist gesichert. Spenden für die Mehrkosten der historischen Fassaden und zusätzliche bauliche Optionen werden von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, dem Förderverein Berliner Schloss e.V. und weiteren gemeinnützigen Institutionen gesammelt.

Wie werden Kosten und Bauzeit kontrolliert?

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung übernimmt das Baumanagement und arbeitet mit einer modernen Kostenkontrolle. Zudem gibt es ein Risikomanagement. Das gibt Kostensicherheit für die Kostenobergrenze von 595 Mio. € zum Preisindex II/2011.

Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss wird als Bauherrin regelmäßig von Wirtschaftsprüfern überprüft. Sie ist an das öffentliche Vergaberecht gebunden und kann vom Bundesrechnungshof überprüft werden. Architekt Franco Stella arbeitet mit Planern und Bauleitern, die Erfahrung mit Großbauvorhaben haben. Die angesetzte Bauzeit ist nach jetzigem Stand realistisch.

Welcher Teil des Schlosses wird rekonstruiert, welcher wird modern?

Der Architekt folgt der Vorgabe des Bundestagsbeschlusses von 2007, nach dem lediglich drei der vier Außenfassaden samt Kuppel sowie die drei barocken Fassaden des Schlüterhofes rekonstruiert werden sollten. Keine Vorgaben gab es für das historische Quergebäude zwischen Schlüter- und Eosanderhof und den Renaissanceflügel im Osten. Hier entsteht das Belvedere als eigenständiger und bewusst modern gestalteter Gebäudekörper.

Alt und neu in einem Gebäude – passt das zusammen?

Ja, es ist sogar so gewollt: Das Schloss soll von außen als Rekonstruktion und Neubau erkennbar sein. Die deutsche Geschichte, zu der auch die Zerstörung des Schlosses im Jahr 1950 gehört, soll mit der Wiedererrichtung der barocken Fassaden nicht verdeckt werden. Gerade diese Spannung macht den Reiz des Projektes aus. Alt und Neu wird vielmehr zur Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Wird die Kuppel wieder aufgebaut?

Ja, die Kuppel soll vollständig in historischer Gestalt rekonstruiert werden, sofern die dafür notwendigen zusätzlichen Spenden in Höhe von ca. 15 Mio.€ eingeworben werden. In den Baukosten bereits enthalten ist der Rohbau der Kuppel ohne historischen Schmuck.

Woher kommen die Schmuckelemente?

Im September 2011 wurde die Schlossbauhütte der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Berlin Spandau eröffnet. Hier und in externen Werkstätten arbeiten derzeit ein halbes Dutzend Steinbildhauer, Steinmetze und Modellbauer an dem barocken Fassadenschmuck für das Berliner Schloss. Sie gestalten die Schmuckelemente: von den Kolossalfiguren bis zu den Blättergirlanden. Auch die erhaltenen Originalteile des 1950 gesprengten Berliner Schlosses werden in der Schlossbauhütte eingelagert.

Wie viele Schmuckelemente gibt es?

Für die Bildhauerarbeiten müssen ca. 300 Modelle hergestellt werden: 8 Skulpturen, 13 Säulenkapitelle, 8 Widderköpfe, 32 Adler, 6 Bukranien, 71 Metopen, 6 Wappenschilde, 144 Muscheln, Reliefs, Konsolen, Kartuschen, usw.

Was geschieht mit den erhaltenen Fragmenten des Schlosses?

Das Schlossportal an der Fassade des früheren Staatsratsgebäudes (heute ESMT) bleibt dort stehen und wird „kopiert“. Andere noch erhaltene Fragmente des historischen Fassadenschmucks werden ab einer bestimmten Größe wieder eingebaut. Die bislang an verschiedenen Orten gelagerten Originalfragmente und Figuren werden in der Schlossbauhütte gesammelt und gesichtet.

Was passiert mit den Original-Fundamenten und -Kellern?

Die Kellerruinen südlich des Eosanderportals werden für die Besucher erlebbar werden. Auf einer Fläche von ca. 1.800 Quadratmetern entsteht der Schlosskeller, ein sogenanntes „archäologisches Fenster“. Ein Rundgang durch das Kellergeschoss wird u.a. durch die ehemalige Wachstube des Schlosskommandanten und durch barocke Kellergewölbe führen. Unter dem Eosanderportal werden auch die Sprenglöcher von der Zerstörung des Schlosses im Jahr 1950 zu sehen sein. Schließlich wird ein Blick in die Kellergewölbe des um 1300 errichteten Cöllner Dominikanerklosters ermöglicht, das schon Anfang des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde.

Werden die historischen Innenräume auch rekonstruiert?

Die historischen Innenräume werden nicht rekonstruiert. Eine spätere Wiederherstellung einzelner Innenräume wie z. B. des Rittersaals, des Elisabethsaals oder des Schweizersaals bleibt grundsätzlich möglich.

Wie wurde der Bau in dem unsicheren Boden gegründet?

Die Bodenplatte auf dem ehemaligen Bauplatz des Palastes der Republik dient als Baugrundlage, sie blieb im Boden. Im Bereich des „Schlosskellers“ (archäologisches Fenster) wurden zur Lastabtragung Bohrpfähle aus Beton bis zu 42 m tief ins Erdreich gerammt. Wegen des geplanten U-Bahn-Baus wurde der Boden auf der Nordwestecke komplett ausgetauscht und verdichtet.

Macht der U-Bahn-Tunnel Probleme?

Nein, es gab keine Probleme wegen des U-Bahn-Tunnels, der unter dem Schlossplatz verläuft. Die Gründungs- und Bauplanung erfolgten in enger Abstimmung mit der BVG. Der Baugrund wurde in diesem Teil des Baufeldes verdichtet und tragfähig gemacht, so dass keine Probleme mit der Lastabtragung des Schlosses entstehen.

Kann man weiterhin am Spreeufer spazieren gehen?

Ja, das Spreeufer soll weiterhin öffentlich zugänglich sein, auch deshalb wird der Ostflügel des Berliner Schlosses modern und nicht nach dem Vorbild des Renaissancebaus gestaltet. Dieser reichte nämlich direkt bis an die Spree.

Wird die wechselhafte Geschichte des Ortes gewürdigt?

Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss bereitet eine Dauerausstellung zur Geschichte des Ortes vor. Unter dem Titel Museum des Ortes wird die gesamte Geschichte des Schlossplatzes aufgearbeitet.

Wie werden private Spender geehrt?

Die Spender werden je nach Spendenhöhe an prominenter Stelle im Humboldt Forum im Berliner Schloss geehrt. Über den Förderverein Berliner Schloss e.V. können zudem Fassadenschmuckelemente symbolisch erworben werden. Unsere Spender können sich so im Schloss verewigen.

Wer zieht in die Räume ein?

Ab 2019 sind Dauerausstellungen im Humboldt Forum zu sehen: das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst (Stiftung Preußischer Kulturbesitz – Staatliche Museen zu Berlin), die Berlin-Ausstellung (Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin) und das Humboldt-Lab (Humboldt-Universität zu Berlin). Mit den Sammlungen der benachbarten Museumsinsel verbinden sie sich zu einer einzigartigen Konzentration an Objekten und Kunstwerken. In wechselnden Sonderausstellungen werden wir im Humboldt Forum mit verschiedenen Institutionen zusammenarbeiten. Das Erdgeschoss wird zudem mit großzügigen Veranstaltungsräumen, öffentlichen Plätzen und gastronomischen Einrichtungen zum kulturellen Treffpunkt.

Was ist das Humboldt Forum?

Mit dem Humboldt Forum entsteht ein neues kulturelles Stadtquartier in der Mitte der Stadt. Es steht für eine Herangehensweise, die unterschiedliche Kulturen und Perspektiven zusammenführt und nach neuen Erkenntnissen zu aktuellen Themen wie Migration, Religion und Globalisierung sucht. Schon jetzt lädt das Humboldt Forum mit einem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm dazu ein, die Welt als Ganzes zu erleben. Die Besucher erwartet eine Serie aus Ausstellungen, Filmen und Gesprächen mit Menschen aus Wissenschaft und Kunst, Publizistik, Religion, Politik und Wirtschaft zu brennenden Fragen der Zeit. Ob in der Humboldt Box oder an unerwarteten Orten in der Stadt: Das Humboldt Forum schafft Räume für Begegnung und Austausch.

Warum heißt das neue Zentrum Humboldt Forum?

Namensgeber für das Projekt sind die Gebrüder Humboldt: Alexander steht als weitgereister Weltbürger und Forscher für die Vielseitigkeit der außereuropäischen Sammlungen, die in das Humboldt Forum im Berliner Schloss einziehen. Wilhelm, der Universalgelehrte, vertritt die Idee, verschiedene Bildungseinrichtungen und Wissenschaftslehren unter einem Dach zu vereinigen. Er gilt als der Begründer des humanistischen Bildungsideals in Deutschland. Mit der Überführung des Berliner Phonogramm-Archivs des Ethnologischen Museums und des Lautarchivs der Humboldt Universität spielt auch die Sprachforschung im Humboldt Forum eine zentrale Rolle.

Wer sind die Gründungsintendanten?

Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp sind die Gründungsintendanten des Humboldt Forums. Sie wurden im Mai 2015 von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters der Öffentlichkeit vorgestellt und haben ihre Arbeit 2016 aufgenommen. Als Gründungsintendanten übernehmen sie zusammen mit der Humboldt Forum Kultur GmbH die kuratorische Gesamtverantwortung für das Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Was ist die Aufgabe der Gründungsintendanten?

Ihre vordringlichste Aufgabe ist es, zusammen mit der Humboldt Forum Kultur GmbH die inhaltlichen Konzepte für das Humboldt Forum auf der Basis der bestehenden Planungen weiterzuentwickeln und thematische Schwerpunkte für das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm für die Zeit bis und nach der Eröffnung zu setzen. Zudem gilt es, das Zusammenwirken mit den drei Hauptakteuren im Humboldt Forum (Stiftung Preußischer Kulturbesitz – Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst / Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin mit der Berlin-Ausstellung / Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Humboldt-Lab) zu intensivieren, fortzuentwickeln und thematisch zu vernetzen.

Warum sollen die Museen umziehen?

Für das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst in Dahlem musste aus zwei Gründen ein neuer Standort gefunden werden: Sie liegen zu weit entfernt von den Besucherströmen; außerdem würden sich die Kosten für die längst fällige Sanierung der Museen in Dahlem auf ca. 200 Millionen Euro belaufen (Stand 2010).

Gibt es eine Garantie, dass alle zu rekonstruierenden Barockelemente und die klassische Schlosskuppel tatsächlich wieder hergestellt werden?

Nein, eine Garantie gibt es nicht. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass mit zunehmendem Fortschritt der Baumaßnahme auch die Bereitschaft in der Bevölkerung noch weiter steigt, die noch fehlenden Mittel durch Spenden aufzubringen. Mit dem bisherigen Spendenaufkommen ist jedoch die Finanzierung der Fassade bis auf wenige nachrüstbare Bildhauerelemente (z.B. Skulpturen auf den Portalen) gesichert. Für die Schlosskuppel verfügen wir über genügend Spenden, sodass diese weitestgehend errichtet werden kann. Noch nicht finanziert ist allerdings die Errichtung der Laterne auf der Schlosskuppel.

Bleibt die Fassade als Sichtmauerwerk?

Nein, die historische Fassade erhält einen Putzauftrag mit der historischen hellgelben Farbanmutung.

Wie viele Personen werden im Humboldt Forum arbeiten?

Im Humboldt Forum werden künftig ca. 530 Personen arbeiten.

Wie wird das fertige Humboldt Forum finanziert?

Das Humboldt Forum wird vorrausichtlich aus Einnahmen, z.B. durch Eintrittsgelder, Mieten und Pachten, sowie anteilig durch den Bundeshaushalt finanziert.

In welchen Bereichen kann man sich ohne Eintritt bewegen?

Bisher sind alle öffentlichen Flächen im Untergeschoss und Erdgeschoss (Museum des Ortes, Foyer, Innenhöfe, Gastronomie- und Gewerbeflächen), die gesamte Treppenhalle vom Erdgeschoss bis zum 3. Obergeschoss und das Dachgeschoss mit unserem Dachrestaurant ohne Eintritt zu erreichen. Durch die Gründungsintendanz wird jedoch angestrebt auch weitere Angebote im Humboldt Forum kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Wird der Schlüterhof nachts geöffnet sein?

Der Schlüterhof und auch die anliegende Passage werden rund um die Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Für wie viele Besucher sind die einzelnen Veranstaltungsflächen konzipiert?

Die Veranstaltungsfläche des sogenannten Auditoriums kann 500 Personen fassen, der sogenannte Multifunktionssaal 400 Personen.

Aus welchem Holz sind die Fenster?

Die Fenster im Humboldt Forum im Berliner Schloss sind aus Eichenholz gefertigt.