Schlossbauhütte

Wozu gibt es die Schlossbauhütte?

Der Deutsche Bundestag hat 2002 beschlossen, die drei barocken Außenfassaden samt Kuppel und die drei barocken Fassaden des Schlüterhofes des Berliner Schlosses zu rekonstruieren. Das historische Quergebäude zwischen dem Schlüter- und dem ehemaligen Eosanderhof sowie der Renaissanceflügel im Osten an der Spree sollten nicht wiederaufgebaut werden. Die Wiedererrichtung der Schlossfassaden soll die herausragende künstlerische Gestaltung des barocken Baumeisters Andreas Schlüter erkennbar machen. Bei der Rekonstruktion geht es um die architektonischen und bildhauerischen Schmuckelemente.

Für die Arbeiten an den Schmuckelementen der Fassaden hat die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss im Sommer 2011 die „Schlossbauhütte“ in Spandau in einer ehemaligen KFZ-Reparaturhalle der Alliierten gegründet.

Bildhauer rekonstruieren Fassadenelemente des Berliner Schlosses

Die Schlossbauhütte erfüllt ganz unterschiedliche Aufgaben

Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss hat die Schlossbauhütte 2011 mit der Struktur einer klassischen Bauhütte gegründet. Die kunsthistorische Auseinandersetzung mit den noch vorhandenen, originalen Fassadenschmuckfragmenten und die historischen Unterlagen und Fotografien in der Schlossbauhütte erlauben den beteiligten Steinbildhauern, Gipsformern und Steinmetzen stilistisch eine genaue Annäherung an den schlüterschen Barock.

Stück für Stück haben die Bildhauer seitdem in der Schlossbauhütte die teils kolossalen Schmuckelemente der barocken Fassaden modelliert und als Gipsabguss hergestellt. Dazu gehören die Modelle für den gesamten Fassadenschmuck, die Adler aus dem Mezzanin und eine Vielzahl von Konsolen, Kartuschen und Kapitellen. Anschließend werden die Gipsabgüsse im traditionellen Punktierverfahren in Sandstein gehauen. Große Wappenkartuschen entstanden teilweise auch in den eigenen Ateliers der Steinbildhauer.

Neben den traditionellen Handwerkstechniken finden auch moderne Verfahren und Materialien bei der Modellerstellung Anwendung. So wurden beispielsweise die Teile des am Staatsratsgebäude erhaltenen Portals IV für die Duplizierung mittels 3D-Printing als Modell für die Steinbildhauer gefertigt. Außerdem arbeiten Restauratoren die noch erhaltenen Skulpturen und Fragmente wieder auf, die in die Fassaden eingebaut oder später im Skulpturensaal des Humboldt Forums ausgestellt werden. Gemeinsam mit den Bildhauern begutachtet eine Expertenkommission aus Kunsthistorikern und anderen Fachleuten die fertiggestellten Modell- und Steinbildhauerarbeiten.